60 bis 70% der Bevölkerung Guatemalas sind Mayas. Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages am 29. Dezember 1996 verpflichtete sich die guatemaltekische Regierung, in den indigenen Regionen eine durchgehend zweisprachige (Spanisch und Tz'utujiil) schulische Erziehung einzuführen. Da die Umstellung aber enorme Kosten mit sich bringt, war mittelfristig keine grundlegende Änderung durch die Regierung in Sicht. Daher haben aktive Gruppen aus der Bevölkerung selbst die Initiative ergriffen.

Im November und Dezember 1996 - den großen Ferien in Guatemala - wurde in Santiago Atitlan erstmals eine zweisprachige Ferienschule für Kinder veranstaltet. Durchgeführt wurde der Kurs von der "Asociacion La Voz de Atitlan" (kurz: "Radio Atitlan"), die zum Ziel hat, Kultur und Sprache via Radio zu vermitteln und der Bevölkerung Erziehungs- und Bildungsprogramme anzubieten. 85 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren nahmen an dem Ferienkurs teil.

In der Folge entstand der Plan, in Santiago Atitlan die Einrichtung einer bilingualen Schule zu verwirklichen. Die Ferienschule wurde als Samstagsschule weitergeführt und gleichzeitig eine Grundschule (6-jährige Primaria) eingerichtet. 1998 gab es bereits zwei 1. Klassen und je eine 2. und eine 3. Klasse, ab 2002 wurde der Unterricht für alle sechs Schulstufen durchgeführt. 1999 erfolgte die offizielle Anerkennung als bilinguale Schule.  Außerdem werden die Lehrergehälter seit 2002 durch das guatemaltekische Erziehungsministerium bezahlt. Auf dem Lehrplan stehen neben dem üblichen Unterricht auch Gesundheits- und Umwelterziehung, politische Bildung und vertiefende Kurse über die eigene Kultur und Sprache.

Das Projekt wurde mit großer Begeisterung gestartet, aber vorerst musste der Unterricht in einer Baracke bzw. in Büroräumen von Radio Atitlan abgehalten werden. Daher begann man als nächstes mit der Planung eines Schulgebäudes auf einem Grundstück von Radio Atitlan. Zusammen mit der Fakultät für Architektur der staatlichen Universität USAC in Guatemala wurde ein zweistöckiges Gebäude mit sechs Klassenzimmern geplant.

Baubeginn war im August 1999, Phase 1 (3 Klassenzimmer im Untergeschoß) konnte bis Ende des Jahres fertiggestellt werden. Im Mai 2001 folgte Phase 2 mit dem Bau der Küche und der staatlich geförderten Bio-Toiletten. Von Mai bis Juli 2004 wurden die drei Klassen im Untergeschoß, sowie die Toiletten verputzt. Eine Dusche und ein Abstellraum wurden gebaut und ein kleiner Hausgarten angelegt. Vier Computer wurden angeschafft, die genützt werden können, um im Internet zu surfen.

Wie auch schon den Ferienkurs unterstützte der Verein für eine Welt auch den Bau der Schule.

Projektfotos

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